Verbändedialog

- Psychiatrische Pflege -

Gütersloher Erklärung

Die psychiatrisch-pflegerischen Fachverbände des Verbändedialogs sprechen sich für die generalistische Ausbildung in der Pflege und ein neues Pflegeberufsgesetz aus.

In der Gütersloher Erklärung kommen sie zu folgendem Fazit:

“Aus Sicht der am 3. Verbändedialog beteiligten Verbände der psychiatrischen Pflege stellt die generalistische Ausbildung wie sie im neuen Pflegeberufsgesetz vorgesehen ist, einen wichtigen und notwendigen Entwicklungsschritt in Richtung einer Verbesserung der Situation der Pflege sowohl im Hinblick auf die Attraktivität des Pflegeberufs als auch auf die Bewältigung der bestehenden und zukünftigen Versorgungsanforderungen dar. Gleichzeitig wird damit der Weg zu einer längerfristig grundsätzlichen Akademisierung des Pflegeberufes geebnet.
Ein weiterer Baustein zur Erreichung dieses Ziels ist die Einrichtung landesweiter Pflegekammern wie im Bundesland Rheinland-Pfalz. Den Verbändevertretern ist bewusst, dass diese Position auf Kritik stoßen wird, auch in den Reihen der eigenen Berufskollegen. Ihnen sei gesagt, dass die dargestellten Schritte unerlässlich sind, um eine Stärkung und Professionalisierung des Pflegeberufs in Deutschland voranzubringen. Selbstverständlich gehören dazu auch eine verpflichtende Registrierung der Pflegenden sowie eine damit verbundene Nachweispflicht für die regelmäßige Teilnahme an Fort- und Weitebildungen.”

3. Verbändedialog in Gütersloh

Der dritte Verbändedialog fand am 04. und 05.03.2016 statt. Bruno Hemkendreis Präsident der DFPP lud ins LWL-Klinikum Gütersloh ein.

Neben dem aktuellen Hauptthema, den neuen Eckpunkten des Entgeltsystems, wurden u.a. folgende Themen diskutiert:

  • Pflegeberufegesetz
  • Pflegekammer
  • UN-Behindertenrechtskonvention
  • Eingruppierung von Bachelor-Absolventen

vbd2016-guetersloh

v.l.n.r..: Dorothea Sauter, Thomas Linnemann, Uwe Genge, Volker Haßlinger, Grit Stocker, André Nienaber, Silke Ludowisy-Dehl, Bruno Hemkendreis, Georg Oppermann und Hilde Schädle-Deininger

 

Psychiatrischer Pflegepreis

Am 25.02.2016 wurde im Rahmen der Fachtagung in Köln der “Psychiatrische Pflegepreis” von DFPP, BAPP und VAPP das erste Mal verliehen.

Erste Empfängerin war Hilde Schädle-Deininger. Sie hat die Psychiatrische Pflege in den letzten Jahrzehnten geprägt wie keine andere.
Die Laudatio hielt Dr. Susanne Schoppmann.


v.l.n.r.: Udo Finklenburg (Präsident VAPP), Hilde Schädle-Deininger, Michael Theune
(Vorsitzender BAPP),
Susanne Schoppmann, Bruno Hemkendreis (Präsident DFPP)


Susanne Schoppmann: Laudatio


Hilde Schädle-Deininger:
„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“

DGPPN-Preis für Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik 2015

Die DGPPN verleiht in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit den mit 5.000 Euro dotierten DGPPN-Preis für Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Mit diesem Preis sollen vorbildliche, zukunftsweisende Projekte, Modelle und wissenschaftliche Untersuchungen der Pflege- und Gesundheitsfachberufe innerhalb der psychiatrischen Behandlungs- und Versorgungsformen (ambulantes und stationäres Setting) ausgezeichnet werden, die insbesondere die Praxisentwicklung unterstützen. Antragsberechtigt sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege- und Gesundheitsfachberufe, wie z.B. Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Ergotherapie, Soziotherapie oder Physiotherapie, die eine methodisch hochwertige, wissenschaftlich fundierte Arbeit zur besseren Versorgung psychisch erkrankter Menschen vorlegen. Innovative berufsgruppenübergreifende Arbeiten werden sehr begrüßt. Der Preis kann geteilt werden.

→ Preisausschreibung [pdf]

Weinsberger Erklärung

Am 05. und 06. März 2015 trafen sich im Klinikum am Weissenhof die Vertreter der Verbände der psychiatrischen Pflege.
In diesem Rahmen ist die Entscheidung für die Formulierung der Weinsberger Erklärung der psychiatrisch-pflegerischen Fachverbände als offener Brief zur geplanten Aufhebung der Psych-PV zum 1. Januar 2019 getroffen worden.

Eine Kurskorrektur hinsichtlich des Entgeltsystems ist aus Sicht einer regionalen psychiatrischen oder psychosozialen (Pflicht-)Versorgung dringend erforderlich. Das bedeutet u.a. auch die notwendige normative Strukturqualität (Personal) zu gewährleisten, die den Bedarf und die Bedürfnisse von Betroffenen und Angehörigen zur Grundlage macht.
Im Sinne einer personenzentrierten psychiatrischen Versorgung ist eine trialogisch besetzte Beratungskommission zu fordern, die mit möglichst geringem finanziellem Aufwand die Veränderungen kritisch und konstruktiv begleitet sowie die jeweilige Sicht fachkompetent vertritt.
Eine Erneuerung der Psych-PV ist daher ein Schritt, die Versorgungsqualität zu sichern. Mit der Erneuerung müssen verschiedene Elemente mit Bedacht werden. Die Psych-PV muss modernisiert werden, damit die Evidenzlage von heute sich im Personalbedarf wiederspiegelt. Auch muss die novellierte Psych-PV Kontrollmechanismen vorsehen, damit die Umsetzung bis ins einzelne Krankenhaus überprüft werden kann. Darüber hinaus kann eine novellierte Psych-PV weiter zur Budgetfindung dienen. Eine Personalvorgabe ohne Verbindung zum Entgelt bringt nicht lösbare Probleme mit sich.

2. Verbändedialog in Weinsberg

Der zweite Verbändedialog fand am 05. und 06.03.2015 statt. Michael Theune, Vorsitzender der BAPP lud ins Klinikum am Weissenhof in Weinsberg ein.

Ziel des als „Verbändedialog“ betitelten Zusammenkommens ist es, einen Austausch der teilnehmenden Verbände zu aktuellen Themen und Entwicklungen der psychiatrischen Versorgung und der psychiatrischen Pflege zu unterstützen, gemeinsame Themen zu identifizieren und daraus entstehende Interessen zu bündeln.
Pflege ist die zahlenmäßig größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen. Auch im Bereich der psychiatrischen Versorgung stellt die Pflege eine wichtige Gruppe dar. Das Treffen fördert einen Austausch der Verbände zu verschiedenen aktuellen Themen wie z. B. zur gesetzlich beschlossenen Aufhebung der Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) zum 01.01.2019 oder zu Möglichkeiten der Umsetzung der vom Wissenschaftsrat veröffentlichten Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen im Gesundheitswesen, um nur zwei der aktuellen Themen zu nennen.
Durch diesen gemeinsamen Austausch und eine Bündelung der psychiatrisch-pflegerischen Interessen ist beabsichtigt, dass gemeinsame Stellungnahmen zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Gesundheitswesen ein größeres Gewicht erhalten.

Folgende Themen stehen aus Sicht der Teilnehmenden u. a. aktuell im Fokus:

  • Die gesetzlich beschlossene Aufhebung der Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) als Grundlage für die Personalbemessung in den psychiatrischen Kliniken zum 01.01.2019
  • Die Einführung des neuen pauschalierenden Entgeltsystems in Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP)
  • Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der psychiatrischen Pflege als Berufsfeld mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten
  • Weiterentwicklung der psychiatrischen Pflege in den verschiedenen Versorgungssettings von ambulant bis stationär im Sinne einer patientenzentrierten psychiatrischen Gesundheitsversorgung
  • Diskussion von Möglichkeiten zur Unterstützung und Umsetzung einer notwendigen Akademisierung in der Pflege, vor allem in der direkten Patientenversorgung
  • Positionierung zur geplanten Neufassung des Gesetzes über die Berufe in der Krankenpflege

v.l.n.r.: Grit Stocker, Volker Haßlinger, Hans-Ulrich Neunhöffer, André Nienhaber, Uwe Genge,
Silke Ludowisy-Dehl, Bruno Hemkendreis, Hilde Schädle-Deininger und Michael Theune.

Psychiatrische Pflegeverbände treffen sich mit Staatssekretär Laumann

Auf Einladung des Verbändedialogs Psychiatrische Pflege fand in den Räumlichkeiten des Florence-Nightingale-Krankenhauses in Kaiserswerth ein fachlicher Austausch mit dem Patientenbeauftragten und Bevollmächtigten für die Pflege der Bundesregierung Staats-sekretär Karl-Josef Laumann statt.

laumann+VbD

Prof. Dr. M. Löhr, A. Nienhaber, Staatssekretär K.-J. Laumann, S. Bögershausen, U. Villinger, Prof. Dr. M. Schulz, H. Lepper (Foto v. links n. rechts)

Im Rahmen des Austausches wurden die drei Themen Wegfall der Psychiatrie Personal-verordnung (PsychPV), psychiatrische Versorgungsstrukturen und Rolle der Psychiatrischen Pflege sowie Bildung diskutiert.
Herr Laumann machte im Gespräch deutlich, dass es unabdingbar ist, in Zukunft eine Grundlage zur Personalbemessung vorzuhalten. In diesem Zusammenhang muss der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Richtlinien zur Personalbemessung in der Psychiatrie entwickeln. [...]

Seitens des Verbändedialoges nahmen Ulrike Villinger (DGSP – Sektion Pflege), Heinz Lepper (BFLK, BAPP und KJP), André Nienaber (DFPP), Stephan Bögershausen (DGPPN –Referat Pflege), Prof. Dr. Michael Löhr und Prof. Dr. Michael Schulz (beide Lehrstuhl Psychiatrische Pflege und DFPP) teil.

„Sterberisiko der Patienten steigt mit Stress der Pfleger“ – Stellungnahme

Stellungnahme zum Artikel von Aiken et al. (2014) in der Zeitschrift Lancet: „Nurse staffing and education and hospital mortality in nine European countries: a retrospective observational study“.

Die dramatischen Ergebnisse des genannten Artikels von Aiken et al. (2014) haben auch in Deutschland Beachtung gefunden. „Der Spiegel“ vom 26. Febr. 2014 stellte die Ergebnisse der Untersuchung unter der Überschrift „Sterberisiko der Patienten steigt mit Stress der Pfleger“ vor (2014). Die Ergebnisse sollten jeden potentielle Patienten – und das sind wir alle – aufhorchen lassen. Sie werfen erneut die Frage auf, ob wir ein rein wirtschaftlich orientiertes Gesundheitswesen mit den damit verbundenen Risiken haben wollen.

 

Einführung des neuen Entgeltsystems (PEPP) um zwei Jahre verschoben

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe verschiebt die für das Jahr 2015 vorgesehene verpflichtende Einführung des neuen Entgeltsystems für die Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) durch eine Verlängerung der Optionsphase um zwei Jahre.

„Die Koalition bekräftigt mit der ankündigten Verlängerung der Optionsphase den Willen zur Umsetzung des Koalitionsvertrages. Mit diesem ersten konkreten Schritt in Sachen PEPP wird der notwendige zeitliche Spielraum geschaffen, um die im Vertrag vereinbarten systematischen Veränderungen des neuen Entgeltsystems vorzunehmen. Wir haben nun genügend Zeit, um das System genau und kritisch unter die Lupe zu nehmen und die Bedenken von zahlreichen Betroffenen und Fachverbänden in eine Neustrukturierung einfließen zu lassen”.

Quelle: SPD-Bundestagsfraktion

1. Verbändedialog in Bonn

Der erste Verbändedialog fand am 06. und 07.03.2014 statt.

Heinz Lepper, Vorsitzender der BFLK lud ins LVR-Klinikum Bonn ein.

v.l.n.r.: Renko Janssen, Ruth Ahrens, Stephan Bögershausen, Hilde Schädle-Deininger, André Nienhaber, Uwe Genge, Michael Theune, Volker Haßlinger, Bruno Hemkendreis, Heinz Lepper, Karl-Heinz Ritzdorf, Georg Oppermann, Hans-Ulrich Neunhöffer und Silke Ludowisy-Dehl