3Länderkongress Pflege in der Psychiatrie


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21. Dreiländerkongress Pflege in der Psychiatrie

„Selbst.Bewusst.Sein“

Sich seiner selbst bewusst zu sein, ist eine Lebensaufgabe und eng mit dem Thema Identität verknüpft. Wer war ich – wer bin ich – wer werde ich sein? Wie sehr prägen mich Begegnungen? „Der Mensch wird am DU zum ICH.“ Dieser Gedanke von Martin Buber macht deutlich: Unser Selbst entsteht im Gegenüber. Schon vor unserem Berufseintritt wurden wir durch Begegnungen, Beziehungen und Erfahrungen geprägt. Jede*r bringt eine eigene Geschichte mit – mit Ressourcen, Talenten, aber auch mit Einschränkungen und Grenzen. All dies nehmen wir mit in jede Begegnung – auch in professionelle Beziehungen. Dieser persönliche Hintergrund kann Empathie stärken, gleichzeitig aber auch Verletzlichkeiten auslösen. Professionell zu handeln bedeutet, sich dieser Einflüsse bewusst zu sein, Muster zu reflektieren und Grenzen zu erkennen. So entstehen tragfähige Arbeitsbündnisse.

Dass die Pflegeperson selbst das wichtigste Instrument der Pflege ist, betonte bereits Hildegard Peplau im Jahr 1987. Berufliche Identität gründet auf dem eigenen Selbst: auf Reflexion, Klarheit und einem mitfühlenden Umgang mit sich selbst. In der psychiatrischen Pflege spielt Identität eine besondere Rolle, da psychische Erkrankungen häufig mit Identitätsverunsicherungen einhergehen. Identität ist ein Prozess der Wiederaneignung und Neugestaltung. Pflegende schaffen Räume, die diesen Prozess ermöglichen. Für eine professionelle Begleitung benötigen Pflegende eine reflektierte Berufsidentität, die zwischen institutionellen Anforderungen, Bezie-hungsgestaltung und eigener Haltung vermittelt.

Vor diesem Hintergrund haben wir das diesjährige Kongressthema gewählt: „Selbst.Bewusst.Sein“ ist mehr als Berufsidentität oder Haltung – es ist der Kern psychiatrischer Pflege. „Selbst.Bewusst.Sein“ verbindet Selbstreflexion, Selbstmitgefühl, Selbstwirksamkeit und die Balance zwischen Nähe und Distanz zu sich selbst, der eigenen Geschichte und der beruflichen Rolle. Aus dieser bewussten Verbindung entstehen Klarheit und Berufsstolz: das Bewusst-sein um den Wert unserer Arbeit, Vertrauen in die eigene Kompetenz und Freude an einer unersetzlichen Profession.

⇒ weitere Infos:dreilaenderkongress.at